Naturbewusst paddeln

Wir Kanusportler sollten alles daran setzen, dass wir keine zusätzliche Belastung für die Natur darstellen. Daher einige Ratschläge, damit wir unbeabsichtigte Störungen des Naturhaushaltes vermeiden können.

  1. Vermeidet alles, was Tiere stören oder beunruhigen könnte. Feuchtgebietesind von besonderer Bedeutung für das ökologische Gleichgewicht der Natur. Flachwasserbereiche, Uferzonen sowie angrenzendes Umland sind Brut- und Aufzuchtgebiete für viele Tiere und Wasservögel, deren Brutzeit sich von April bis Juli erstreckt. Haltet möglichst großen Abstand von Nestern und Nachwuchs führenden Wasservögeln. Seid ihr mit mehreren Booten unterwegs und müsst ein Nest oder eine Vogelfamilie passieren, fahrt weiträumig und zügig vorbei. Haltet die Boote eng zusammen, um die Störung kurz zu halten.
  2. Informiert euch vor Beginn der Fahrt, ob der Weg durch ein Schutzgebiet führt. In vielen Bereichen unseres Landes sind Schutzgebiete ausgewiesen. Hier gelten besondere Bestimmungen zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt. In manchen Schutzgebieten ist das Befahren der Gewässer verboten. Die Beschilderung der Schutzgebiete ist vom Wasser aus nicht immer zu sehen. Für schuldhafte Verstöße gegen Fahr- und Betretungsverbote hat der Gesetzgeber Bußgelder vorgesehen.
  3. Meldet Umweltverschmutzungen. Achtet auf stinkende Schmutzwassereinleitungen, Ölfilme und wilde Müllkippen an und in der Nähe von Gewässern. Rechtzeitige Anzeige kann ein Gewässer vor schweren Schäden retten. Zuständig sind die örtlichen Polizei- und Umweltbehörden.
  4. Informiert Euch vor der Fahrt über das Gewässer, das Ihr befahren wollt. Dies sollte eine Selbstverständlichkeit sein, nicht nur aus Umweltschutzgründen sondern auch aus Sicherheitsgründen. Alle notwendigen Informationen findet Ihr in den DKV-Flußführern und dem DKV-Sportprogramm.
  5. Vermeidet eine Übernutzung. Wenn Ihr am Start erkennen, dass das Gewässer hoffnungslos übernutzt ist, sollte auf die Befahrung des Gewässers verzichtet werden. Eigenes Fehlverhalten kann nicht damit entschuldigt werden, dass andere die Natur noch stärker belasten.
  6. Kleine Gewässer verlangen besonders gute Fahrtechnik. Kleinflüsse sollten nur in kleinen Gruppen mit kleinen Booten befahren werden. Als Faustregel gilt: Boote müssen ohne Grundberührung und Uferkontakt auf der Stelle wenden können.
  7. Überprüft vor Ort am Gewässer, ob der Wasserstand für eine Paddeltour ausreicht. Bei zu geringem Wasserstand können Tiere und Pflanzen im Flussbett unbemerkt geschädigt werden. Insbesondere kann der Fischlaich dann ersticken. Nach regenarmen Zeiten sind viele Gewässer nicht mehr befahrbar. Weichen Sie in einem solchen Fall auf einen größeren Fluss in der Nähe aus.
  8. Denkt schon bei der Anfahrt an die Umwelt und bildet Fahrgemeinschaften.
    Stellt die PKW auf öffentlichen Parkplätzen und nicht auf Privat- oder Forstwegen oder Gaststättenparkplätzen ab. Ist letzteres unumgänglich, fragt um Erlaubnis.
  9. Vermeidet Uferbeschädigungen beim Start. Startet die Paddeltour nur von
    Ufern, an denen keine Schäden verursacht werden. Startet nicht, indem Ihr
    mit dem Boot die Uferböschung hinunterrutschet. Dies zerstört nur das Ufer.
  10. Flachwasser- und Schilfzonen weiträumig umfahren. Sie stehen unter besonderem Schutz. Es sind wertvolle Laich- und Brutgebiete für Fische und Vögel und Standorte seltener Wasserpflanzen.
  11. Genießt die Stille und Einsamkeit. Stört nicht andere Leute, die genau so die Ruhe suchen. Vermeidet Lärm und lautes Rufen.
  12. Rasten und Lagern zur Erholung ist nur an Plätzen möglich, an denen das
    Ufer nicht beschädigt werden kann.
  13. Wildes Zelten ist in Deutschland fast überall verboten. Besonders gekennzeichnete Rast- und Lagerplätze für Wasserwanderer sind davon ausgenommen. In den Flussführern sind die Übernachtungsmöglichkeiten beschrieben.
  14. Nehmt den Müll wieder mit und lasst ihn nicht an Rast- oder Lagerplätzen liegen
  15. Nehmt beim Umtragen besondere Rücksicht auf Uferbefestigungen und Zäune. Umtragen an Stauanlagen ist nicht immer gestattet. Mancherorts wird es nur stillschweigend geduldet. Notfalls muss man das Boot über eine längere Strecke tragen.

(Quelle: DKV-Faltblatt “Naturbewußt paddeln“)

Im Schulungsprogramm des DKV findet man interessante Schulungen und Kurse zum Thema Paddeln und Natur: http://www.kanu.de.